Iny Lorentz hat mit „Ein verhängnisvolles Testament“ einen brillanten Roman geschaffen, der verdeutlicht, welche Stellung Frauen im Mittelalter hatten und was es für eine Kraft kostete, sich gegen Verleumdung und Gier durchzusetzen.
Hoffnungslosigkeit überkommt Elisabeth von Thannberg, als nachdem ihr Mann verstarb, der gierige Erhard von Kellheim auftaucht und ein Testament vorlegt, nachdem sie alles Hab und Gut verliert und dem Kurfürstentum Trier zugesprochen wird. Erhards Bruder ist einer von der rauen Sorte und schlägt sich durchs Leben, wobei er von seinem Bruder jetzt einen Geldsegen versprochen bekommen hat. Elisabeths Cousine Anna durchstöbert alle alten Unterlagen in nah und fern. So kommt sie auf einen entfernten Verwandten, durch den der Verlust vielleicht nicht ganz so schlimm wäre. In jedem Fall will sie verhindern, dass Elisabeth und ihre Tochter im Kloster landen. Hoffnung besteht zudem in der Tatsache dass Elisabeth schwanger ist und wenn es ein Sohn wird, das Testament nicht zum Tragen kommt….

Ein spannender Roman um Recht und Gerechtigkeit, die Kraft einer Frau und der Glaube nicht aufzugeben und Hoffnungslosigkeit. Iny Lorentz nimmt ihre Leser mit auf eine faszinierende Reise anno 1590, als das Wort einer Frau und deren Stand noch weit unter dem eines Mannes war. Doch gerade das Wissen ist es, was Hoffnung aufkommen lässt. Die Recherche und das alte Schriftgut zeigt damals wie heute, wie wichtig es ist, alles aufzuschreiben sowie Geschichte und Historie zu bewahren. Emotionsgeladene Szenen und viel geschichtlicher Hintergrund verdeutlichen die Situationen von früher aus Sicht der Frau. Ich bin immer wieder begeistert, wie sehr der Schreibstil von Iny Lorentz mich fesselt.
Schreibe einen Kommentar