Ein einfühlsamer und historisch fundierter Roman von Gabi Haug ist „Die Köchin von Hofgut Goldstein“. Frankfurter Geschichte eingebettet in das Leben einer jungen Frau, einfach brillant umgesetzt.
Eine junge Frau entflieht ihrem Elternhaus, nachdem der übergriffige neue Mann ihrer Mutter ins Leben tritt. Der Vater gestorben, der Bruder vermisst, so macht sich Liese auf in ein neues eigenständiges Leben und landet in einer Kneipe in Frankfurt. Hauptsache Dach überm Kopf, doch dann darf sie im Café aushelfen. Es gehört der Mutter ihres Chefs. Dort bemerkt man die Fingerfertigkeit und das Gefühl fürs Backen und immer öfters hilft sie im Café und darf dort ihrer Leidenschaft, dem Backen frönen. Als durch einen unglücklichen Zwischenfall ihr Leben aus den Fugen gerät, hilft ihr eine Gräfin, die eine langjährige Kundin des Cafés ist. Sie darf als Köchin auf dem Gut der Gräfin anfangen. Lieses Leben ändert sich und dann trifft sie dort auch noch auf Hans Brook. Den kennen die Leser noch aus Gabi Haugs „Die Wäscherin aus Niederrad“….

Spannend und sehr einfühlsam beschreibt Gabi Haug die Lebenssituation der Menschen und die Gesellschaftsformen anno 1840. Der große Unterschied zwischen dem einfachen Volk und Gutsbesitzern, der Umgang miteinander und auch wie man früher gearbeitet hat. Der Roman ist eine Reise nach Frankfurt, Goldstein, Niederrad in das 19. Jahrhundert. Ein Häuschen im Wald mit dem Abort draußen in einem Holzkabuff finden die Leser ebenso wie die einfach Ausstattung einer Küche. Der Roman ist sehr gut recherchiert und beschreibt das Leben von Luise sehr einfühlsam und eindrucksvoll.
Ich fand den Roman wirklich interessant und sehr beeindruckend. Wer Frankfurt mag, für den ist dieser Roman ein muss! Aber auch für alle anderen beschreibt Gabi Haug Menschen, Örtlichkeiten und alle Gegebenheiten so real, dass sich jeder dorthin versetzt fühlen muss, der diesen Roman liest. Die Geschichte bezaubert und ist sehr kurzweilig und trotzdem spannend geschrieben.
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