Südfrankreich grüßt mit Spannung und Herz in „Die Sommervilla“ von Jennifer Bohnet. Hier geht es einem Familiengeheimnis – Drama – an den Kragen!
Als Carla zum wiederholten Mal von ihrem Mann betrogen wird, zieht sie die Handbremse. Carlas Eltern leben nicht mehr, aber die Zwillingsschwester ihrer Mutter, Josette, lebt in Südfrankreich und gilt als schwarzes Schaf der Familie. Carla nimmt sich eine Auszeit von der Familie und fliegt zu ihr. Unangekündigt steht sie vor Josettes Haus. Nach anfänglichem Abstand kommen sich die zwei Frauen näher und Carla beschließt das Erbe ihrer Mutter anzunehmen und in die Nähe ihrer Tante zu ziehen. Ihre Kinder sind groß und der Mann ein notorischer Fremdgeher. Also alles auf Neuanfang in der Nähe von Monaco. Dann beginnt die Achterbahn durch die Familiengeschichte, denn es gibt tiefgründige Geheimnisse, die ihre gesamte Familie betreffen.

Jennifer Bohnet gelingt es in „Die Sommervilla“, die Figuren auf faszinierende Weise zum Leben zu erwecken. Ihre Protagonisten sind bezaubernd und wirken brillant real, sodass sich Leser mühelos in deren Geschichten hineinfühlen können. Im Mittelpunkt stehen Themen wie Untreue und Liebe, die sowohl aus der Perspektive früherer Generationen als auch der Gegenwart beleuchtet werden. Der Roman zeigt, wie wichtig die Freiheit der Selbstentscheidung ist. Diese wird besonders im Kontrast zwischen dem warmen, südfranzösischen Ambiente und dem kühlen England deutlich. Bohnet setzt die Facetten des Lebens gekonnt in Szene und lässt die Unterschiede zwischen den Kulturen und Lebensweisen spürbar werden. Mit seiner kurzweiligen und unterhaltsamen Erzählweise lädt das Buch dazu ein, über die verborgenen Geheimnisse und den tatsächlichen Familienstammbaum zu spekulieren. Die Leserinnen und Leser werden motiviert, das Puzzle der Familiengeschichte selbst zusammenzusetzen. Der Wunsch nach einer Fortsetzung entsteht fast automatisch – gerne mehr davon!
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